@sydwingold darüber, wie sich alles verändert hat, als sie sich ganz auf ihren Stil eingelassen hat

Syd Wingolds Tipps für Creator*innen:


  • Nimm dir Zeit
    Es hat lange gedauert, bis ich durch Experimente herausgefunden habe, was bei meinem Publikum gut ankommt, was gut funktioniert und was nicht. Ich habe versucht, mich davon nicht entmutigen zu lassen, denn das gehört einfach dazu, wenn man diesen Beruf ergreift.
  • Nimm das Peinliche in Kauf
    Man muss sich manchmal überwinden, um voranzukommen. Es ist nur peinlich, bis deine Inhalte anfangen, gut anzukommen. Die Leute, die dich am Anfang für peinlich halten, finden es plötzlich cool, sobald sie sehen, dass du Erfolg hast. Die Dynamik verändert sich.
  • Sorge für Abwechslung mit unverfälschten und spontanen Inhalten
    Ich poste gerne einen Mix aus spontanen und geplanten Inhalten. Denn wenn ich nur für eines bekannt bin, werden die Leute das auch erwarten. Von Zeit zu Zeit werfe ich also immer wieder etwas [unpoliertes] ein, das nicht der Norm entspricht, wie etwa eine Muttertagskarte. So bleibt mein Publikum aufmerksam. Die Menschen sehen etwas, das nicht das ist, wofür sie mir normalerweise folgen, aber sie möchten mehr darüber erfahren.

Syd Wingold ist eine Creatorin aus Toronto, die für ihre Kostüme, ihre Charaktere und ihren einzigartigen Comedy-Stil bekannt ist. Nachdem sie ihren 9-bis-5-Job im Finanzwesen aufgegeben hat, ist sie Vollzeit-Creator*in geworden und hat mehr als 1 Mio. Follower*innen aufgebaut. Egal, ob sie ihre beste Burger-Imitation zum Besten gibt oder ihre Follower*innen hinter die Kulissen ihrer Hochzeit mitnimmt – für Wingold gibt es keine Grenzen: Sie zieht ihren Stil konsequent durch.


Wir haben uns mit Syd zusammengesetzt, um mehr über ihren furchtlosen kreativen Ansatz, ihre Strategien zur Ansprache neuer Zielgruppen und darüber zu erfahren, wie sie aufgehört hat, sich zu viele Gedanken zu machen, und gelernt hat, mit Peinlichkeit umzugehen.


Wie hat dein kreativer Weg begonnen?


Vor meiner Karriere als Creator*in arbeitete ich als Finanzanalystin in einem klassischen 9-bis-5-Job. Die Content-Erstellung war für mich immer etwas, das ich nebenbei als kreatives Ventil für meinen sehr stressigen Bürojob gemacht habe. Am Anfang habe ich einfach mit verschiedenen Content-Formaten experimentiert.

Mein erster großer Hit war, dass ich mich auf dem Boden in eine Decke einrollte. Dieses Video wurde viral und hat mir den Einstieg so richtig erleichtert. Danach habe ich mit anderen Kostümen experimentiert.


Wie hast du den Sprung aus dem Vollzeitjob in einem Unternehmen in die Selbstständigkeit als Creatorin geschafft?


Ehrlich gesagt, es hat mich sehr viel Mut gekostet, diesen Schritt zu wagen. Vorher war ich nämlich ein sehr vorsichtiger Mensch. Ich habe mir im Grunde genommen ein Jahr gegeben, um zu sehen, ob ich damit tatsächlich meinen Lebensunterhalt verdienen konnte. Ich bin so froh, dass ich dieses Risiko für mich eingegangen bin, weil es sich so gelohnt hat.


Wusstest du, dass das so gut ankommen würde? Im Comedy-Bereich gibt es viel Raum für Selbstzweifel.


Als ich meinen Job kündigte und mich entschied, das wirklich ernsthaft zu machen, sagte ich mir, dass ich jeden Tag etwas posten würde. Ich wollte jeden denkbaren Content-Stil ausprobieren, etwas anderes posten, ohne es perfekt machen zu wollen, und schauen, was funktioniert.


Fühlst du, dass ein strikter Zeitplan dir dabei geholfen hat, dich noch kreativer zu entfalten?


Ich bin am kreativsten, wenn ich mir einen sehr strengen Zeitplan setze. Ich weiß, dass es bei manchen Creator*innen anders ist, aber ich arbeite immer einen oder zwei Wochen im Voraus. Das, was ich morgen poste, habe ich vielleicht vor zwei Wochen gefilmt. Sich anzugewöhnen, ständig kreativ zu sein, hilft dabei, neue Ideen entstehen zu lassen.


Verfolgst du unterschiedliche Strategien für bestehende und neue Zielgruppen?


Ich habe auf jeden Fall einige Formate, denen mein Publikum gezielt folgt. Ich versuche ständig, neue Zielgruppen zu erreichen, indem ich neue Serien entwickle, die alles frisch und interessant halten.


Wie unterscheidet sich dein Content auf Instagram von dem auf anderen Plattformen? Welchen Zweck erfüllt Instagram in deinem allgemeinen Plattform-Mix?


Instagram ist für mich die Plattform, auf der ich mit meinem Publikum in Kontakt treten kann. Auf dieser Plattform können meine Follower*innen mich als Mensch kennenlernen.

Da alles, was ich mache, Comedy aus der Sicht verschiedener Charaktere ist, teile ich nicht viel von meinem persönlichen Leben. Instagram ist jedoch die eine Plattform, auf der Follower*innen mich auch bei Dingen wie meinen Hochzeitsinhalten und [anderen Einblicken in mein Privatleben] begleiten können. Ich habe das Gefühl, dort auf eine andere Art Verbindung aufzubauen. Ich weiß, wer meine Follower*innen sind, und ich antworte ihnen und interagiere mit ihnen, sodass es sich am persönlichsten anfühlt.

Da ist leider was schiefgelaufen
Leider kann dieses Video nicht richtig abgespielt werden.

Welche Tools oder Funktionen verwendest du?


Stories sind für mich ein wichtiges Tool. Ich gehe ständig meine Nachrichtenanfragen durch, um mit Leuten in Kontakt zu treten. Viele Follower*innen sind begeistert, dass ich ihnen antworte. Ich sehe all meine DMs, ich bin dort ständig aktiv. Und auch mein Broadcast-Channel: Wenn ich schnell Antworten auf eine Umfrage oder etwas Ähnliches brauche, bin ich dort ziemlich aktiv. Und wenn ich auf Kommentare zu meinen Reels antworte. Diese Tools ermöglichen es mir, eine Community aufzubauen, die sich wirklich nach Instagram anfühlt.


Ich habe in den letzten Monaten viel mit Test-Reels experimentiert und dadurch Wachstum gesehen. Bei mir kommt das Follower-Wachstum in Wellen, und wenn die Ausschläge mal kleiner sind, nutze ich Test-Reels ziemlich häufig.


Wie definierst du Erfolg jenseits von Kennzahlen wie „Gefällt mir“-Angaben, Aufrufen oder Follower*innen?


Fortschritt und Erfolg bedeuten für mich ehrlich gesagt einfach, mit meiner Community in Kontakt zu sein. Es ist das Coolste auf der Welt, zu wissen, dass mehr als eine Million Menschen sich jeden Tag einloggen und sich meine Sachen ansehen wollen.

Solange ich mit meiner Arbeit zufrieden bin, sind die Zahlen einfach ein Bonus, denn es passiert schnell, dass man sich von Zahlen runterziehen lässt.

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